Nadja Hinz freie Texterin sitzt auf Sofa und schaut nachdenklich

Was ich an meinem Job als Texterin nicht mag

 

Um es direkt vorweg zu schicken: Ich liebe meine Arbeit als freie Texterin. Seit 2016 habe ich keinen einzigen Tag bereut, dass ich mich selbstständig gemacht habe (ok, an einem Tag im Jahr kommt es regelmäßig dazu, aber darüber später mehr).

An allen anderen Tagen freue ich mich schon morgens unter der Dusche auf das Schreiben, darf mit tollen Kund:innen arbeiten, kann in der Sonne frühstücken (gerade sitze ich unter dem Sonnenschirm) oder meinen Arbeitsplatz auf die Picknickdecke verlegen. Ich würde für kein Geld der Welt wieder für jemand anderen arbeiten als für mich selbst.

Aber wie wahrscheinlich in jedem Job gibt es ein paar Dinge, an die ich mich auch nach fünf Jahren als freie Texterin noch nicht gewöhnt habe und es wohl auch nicht mehr tun werde.

 

 

Der Papierkram einer freien Texterin

 

Ich kann mich immer noch nicht damit abfinden, dass so viel Arbeitszeit für Papierkram draufgeht. Angebote schreiben zum Beispiel kostet mich immer sehr viel Zeit. Ich habe zwar schon seit längerer Zeit Paketpreise, sodass ich die Leistungen – zum Beispiel für Website-Texte – nicht jedes Mal neu kalkulieren muss.

Aber es kommen regelmäßig auch andere, spannende Anfragen rein, auf die ich Lust habe und dann kann die Angebotserstellung schonmal einen halben Tag auffressen.

Und wenn die Aufträge und Projekte abgeschlossen sind, ist da die Rechnungserstellung. Und das Überprüfen der Zahlungen. Ich nutze zwar mittlerweise Online-Tools dafür, aber trotzdem behagen mir diese Aufgaben in etwa so wie eine medizinische Zahnreinigung. Zur Apokalypse kommt es dann im Frühjahr. Dann naht mein Anruf bei der Steuerberaterin.

Die Wurzelbehandlung.

Diese Zusammenstellungen, das Abheften, Beschriften und Dokumentieren liegt mir einfach nicht. Wenn meine Steuerberaterin mit meinen Unterlagen fertig ist, legt sie meinen Dokumenten jedes Jahr einen hübschen Flyer bei. Darin kann man nachlesen, wie das alles nochmal ganz korrekt gemacht wird. Den hefte ich dann meistens direkt ab. Für die nächsten 364 Tage…

Die wenigsten wissen wahrscheinlich, dass man als Freiberufler:in nur etwa die Hälfte der eigenen Arbeitszeit auch in Rechnung stellen kann. Die andere Hälfte geht eben für Administratives drauf.

 

 

Zu wenig Arbeitszeit

 

Ich weiß nicht, ob andere Selbstständige dieses Problem kennen. Aber ich habe das Gefühl, nie genug Arbeitszeit zu haben. Der Papierkram ist nur einer von vielen Gründen, weshalb meine Arbeitszeit zusammenschrumpft wie ein angepiekster Luftballon, dem die Luft ausgeht.

Ich habe zwei kleine Jungs – einer geht in die Kita, der andere in die Schule. Ob Husten, Schnupfen, geschlossene Schule, Kita-Ferien oder Corona – irgendwas ist immer.

Natürlich ist es dann ein Segen, selbstständig zu sein und damit sehr flexibel. Ich muss keinem Chef erklären, dass ich schon wieder nicht ins Büro kommen kann.

Aber das heißt eben auch, dass es am naheliegendsten ist, wenn ich mich an solchen Tagen um die Kinder kümmere. Auch wenn mein Mann immer öfter einspringt und wir versuchen, uns möglichst aufzuteilen.

Bis zum Nachmittag bin ich am produktivsten. Wenn ich konzentriert Texten muss, dann geht das am besten in der Zeit von 8 bis 14 Uhr.

Das ist auch die Zeit, in der Freunde und Familie gerne anrufen, um mal so zu hören, wie die Lage ist. Ich glaube, wenn man als freie Texterin zuhause und eben nicht mit Kolleg:innen in einem Büro sitzt, ist es für die Menschen, die man gern hat, zu verlockend, für einen netten Plausch mal kurz durchzurufen.

 

 

Kund:innen, die den Wert guter Texte nicht kennen

 

Mit den Jahren habe ich mich auf die Erstellung von Website-Texten spezialisiert. Was ich als freie Texterin immer wieder bekomme, sind Anfragen von Kund:innen, die den Wert von wirksamen Texten nicht erkennen.

Es gibt Kund:innen, die fragen, ob ich Texte für eine komplette Website für 300 Euro erstellen kann. “Sie schreiben das ja ganz schnell runter – ich brauche dafür immer so lange”… Das ist nett gemeint, aber natürlich schreibe ich Texte nicht einfach so runter. Auch ich brauche Zeit, um mir Gedanken zu machen, was ich mit einem Text erreichen will, wo ich hin will und welche Argumente ich dafür anbringen muss. Bis ich das erste Wort schreibe, kann da schon sehr viel Zeit vergehen.

Bei solchen Anfragen steht häufig schon das Webdesign und die Kund:innen suchen “nur noch” jemanden, der die Platzhalter im vorhandenen Layout füllt. Ich finde, dass es umgekehrt sein sollte und der rote Faden für die Inhalte das Fundament ist, auf das später Design und Struktur der Website aufbauen. Allein darüber könnte ich einen eigenen Blogartikel schreiben. Aber natürlich ist es nicht realistisch, für 300 Euro die Inhalte einer Website zu konzipieren und erstellen.

In der Anfangszeit meiner Selbstständigkeit gab es noch die Anfragen von Kund:innen, die pro geschriebenem Wort bezahlen wollten. Weil ein guter Text aber viel Vorarbeit aus Recherche und Konzeption braucht, vergehen in der Regel schon einige Stunden, bis ich das erste Wort auf den Bildschirm bringe. Diese Art von Aufträgen habe ich deshalb schon früh zu den Akten gelegt.

Denn ob eine Website funktioniert, ob sie Kund:innen gewinnt, sie überzeugt und die Kaufentscheidung der Leser:innen positiv beeinflusst: all das entscheiden maßgeblich die Texte. Und die gibt´s eben nicht für drei Euro fuffzig.

Inzwischen kommen fast alle Anfragen von Kund:innen, die bei der Online-Suche auf meine Website gestoßen sind. Sie sehen meine Paketpreise und wenn sie eine Anfrage stellen, sind sie in der Regel bereit, meinen Preis zu zahlen. Bis dahin war es allerdings ein weiter Weg mit vielen Fehlern, die ich in fünf Jahren Selbstständigkeit gemacht habe. Heute kommt es zum Glück nur noch selten vor, dass ich solche Anfragen bekomme.

 

 

Ablenkung durch das Handy

 

Ich geb´s zu: Ich bin smartphone-süchtig. Mein Handy muss immer dabei sein und wenn ich es mal vergesse, fühle ich mich nackt.

Was mich aber wirklich stört, sind die ständigen Ablenkungen durch diverse Alarm-Töne, die mich auf die neuesten Insta-Posts oder die Frage nach dem Spielplatz-Date am Nachmittag aufmerksam machen.

Als ich noch angestellt war, lag mein Handy den ganzen Tag in meiner Tasche. Im hektischen Redaktionsalltag ging ich nicht mal ran, wenn es geklingelt hat.

Heute habe ich das schlechte Gewissen höchstens vor mir selbst, wenn ich mich vom Telefon zu sehr ablenken lasse. Aber wenn texte, dann reißen mich diese Ablenkungen raus und ich muss mich immer wieder neu ins Thema reindenken.

Jetzt könnte man ja sagen, dass ich die Nachrichten einfach ignorieren könnte. Geht aber leider nicht, weil ich viel zu neugierig bin und mich über die Nachrichten sogar freue.

Daher bin ich inzwischen radikal und schalte das Handy während der konzentrierten Arbeitsphasen in den Flugmodus. Hat am Anfang Überwindung gekostet, hilft aber enorm, den Fokus zu behalten.

 

 

 

Meine Arbeit als freie Texterin – Fazit

 

Selbstständig sein ist kein Ponyhof. Für mich gibt es aber nichts Besseres. Ich bin dankbar dafür, dass ich das machen darf, wofür mein Herz brennt und ich damit anderen auch noch weiterhelfen kann.

An allen anderen Dingen kann ich arbeiten. Denn wenn ich ehrlich bin, liegt es zuletzt in meiner Hand, ob ich das, was mich stört, selbst ändere oder nicht. In meinem Blogartikel 5 Jahre selbstständig habe ich darüber geschrieben, was ich aus meinen Fehlern gelernt habe und was ich geändert habe. Gibt es in deinem Job auch Dinge, auf die du gut verzichten könntest? Schreib es mir in die Kommentare 🙂.

 

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Du suchst weitere Tipps rund um das Thema Website-Texte? Dann schau mal in meine anderen Blogartikel:

https://nadjahinz.de/content-schreiben-lassen-oder-selbst-erstellen/

https://nadjahinz.de/texter-briefing-schreiben-anleitung-mit-vorlage/

https://nadjahinz.de/texter-finden-leicht-gemacht/

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