Duzen oder siezen auf der Website 5 Fragen

Duzen oder siezen auf der Website? Mit 5 Fragen zur richtigen Kundenansprache

Wenn ich für meine Kund:innen eine neue Website konzipiere, dann kommt es irgendwann zu der Frage, ob sie ihre Leser:innen online duzen oder siezen wollen. Viele sind sich in diesem Punkt unsicher und wissen nicht, für welche Form der Ansprache sie sich entscheiden sollen.

Neulich habe ich auf Instagram einen Post veröffentlicht, in dem es nur am Rande um das Thema duzen oder siezen auf der Website ging. Erstaunlicherweise drehten sich aber alle Kommentare unter dem Post rund um die grundsätzliche Frage nach dem „du“ oder „sie“. Weil das Thema für viele interessant ist, möchte ich dir mit diesem Artikel helfen, die Entscheidung für das Du oder Sie auf deiner Website leichter treffen zu können.

 

Bist du unsicher, ob du deine Kund:innen duzen oder siezen sollst?

 

Falls du gerade dabei bist, deine eigene Website zu planen oder dir nicht sicher bist, on du deine Kund:innen auf deiner Website duzen oder siezen sollst, dann habe ich 5 Fragen für dich, die dir dabei helfen, dich für eine Art der Kund:innenansprache zu entscheiden.

Als ich mich Anfang 2016 als freie Texterin selbstständig gemacht habe, musste ich mich auch entscheiden, wie ich meine Kund:innen online ansprechen will. Ich entschied mich für das Siezen. Ich wollte als ernstzunehmende Texterin wahrgenommen werden und nicht als jemand, der hobbymäßig ein paar Zeilen zusammenschustert. Verrückt, aber damals befürchtete ich, dass ich mit dem „du“ nicht seriös rüberkommen würde und da ich meine Leistungen auch Unternehmen anbieten wollte, erschien mir das Siezen als die bessere Wahl. Im Übrigen gab es damals lang nicht so viele Websites wie heute, auf denen die Leser:innen per „du“ angesprochen wurden.

 

1. Wen willst du mit deinem Angebot erreichen?

 

Damals habe ich einen Fehler gemacht, den viele Selbstständige am Anfang machen: Ich hatte mir keine Gedanken darüber gemacht, wer eigentlich meine Zielgruppe ist. Wer mein Angebot kaufen soll. Ich richtete mich an alle, die Texte brauchen 😊. Das Problem dabei: Wenn ich nicht weiß, wer die Kund:innen sind, für die ich arbeiten will, dann weiß ich auch nicht, ob sie von mir lieber geduzt oder gesiezt werden wollen. (Im Übrigen weiß ich dann überhaupt nichts über sie – nicht, welche Sprache sie sprechen oder was ich schreiben muss, damit sie mit mir arbeiten wollen, aber das ist ein anderes Thema. Wenn du mehr darüber wissen willst, lies gerne meinen Artikel 5 Jahre selbstständig: Eine schonungslos-ehrliche Bilanz.)

 

2. Wofür willst du mit deiner Marke stehen?

 

Wie du deine Kund:innen ansprichst, hängt auch von deiner Positionierung ab. Du hast in der Hand, wie du von deinen Kund:innen wahrgenommen werden möchtest: Deine Positionierung spiegelt sich unter anderem in deiner Sprache, deiner Schreibstimme, deinem Content und deiner Persönlichkeit wider.

Wenn du seriös und sachlich kommunizieren willst, bietet es sich für dich eher an, deine Kund:innen zu siezen. Ist dir wichtig nahbar, locker und kreativ rüberzukommen, ist das „du“ eher die passende Form der Kund:innenansprache.

 

3. Für welche Branchen arbeitest du?

 

Gehören zu deinen Kund:innen Banken und Versicherungen? Sie sind Beispiele für Branchen, in denen die Ansprache eher konservativ und das Siezen weit verbreitet ist. In kreativen Branchen dagegen – wenn zum Beispiel Designer:innen oder Künstler:innen zu deiner Zielgruppe gehören  – wirst du mit dem Duzen genau richtig fahren. Ob du duzt oder siezt, hängt also auch von der Branche ab, die du bedienst.

 

4. Wie sprichst du in deinem Arbeitsalltag mit deinen Kund:innen?

 

Wenn du dir immer noch unsicher bist, für welche Ansprache du dich entscheiden sollst, dann schau dir an, wie du es in der Praxis handhabst: Wie sprichst du im Arbeitsalltag mit deinen Kund:innen? Duzt du sie oder bieten dir deine Kund:innen das lockere „du“ an?

Ich duze fast alle meine Kund:innen, weil ich mich hauptsächlich an Einzelunternehmer:innen richte. Meine Unternehmenskund:innen sieze ich in der Regel und das ist völlig okay. Meine damalige Sorge, dass Unternehmen sich abgeschreckt fühlen, wenn sie sich auf meiner Website duzen lassen müssen, ist übrigens nicht eingetreten. Ich gewinne meine Kund:innen fast ausschließlich über meine Website und nach wie vor kriege ich Anfragen von Unternehmen, Kommunen und Institutionen, die mich über die Website kontaktieren. Sie siezen mich einfach in der Anfrage und ich übernehme dann diese Form der Anrede für die weitere Kommunikation.

Hin und wieder gibt es sogar Anfragen von Unternehmen, die sich genau die Art von Lockerheit für die Kund:innen-Kommunikation in ihrer ansonsten eher konservativen Nische wünschen. In ihren Anfragen heißt es dann: „Hallo Nadja, ich übernehme einfach mal das „du“ auf deiner Website“.

 

5. Womit fühlst du dich selbst am wohlsten?

 

Meine Meinung ist, dass du dich mit der Ansprache deiner Kund:innen wohlfühlen solltest. Ich habe mich mit dem Siezen auf meiner Website nie wirklich wohl gefühlt. Ich fand, dass das nicht zu mir passt. Nach drei Jahren (in denen ich die meisten meiner Kund:innen ohnehin geduzt hatte,) bin ich mit dem Relaunch meiner Website vom „sie“ zum „du“ gewechselt und für mich fühlt sich das wesentlich besser an. Zusammen mit all den „Sies“ sind übrigens auch die Fotos von mir in weißer Bluse von meiner Website verschwunden – sie waren ein weiteres Ergebnis meiner Annahme, ich müsse seriöser wirken.

Mir ist wichtig, mit meinen Kund:innen einen lockeren, aber professionellen Umgang auf Augenhöhe zu haben. Beim Texten für Kund:innen geht es auch sehr stark um Empathie für die Leser:innen und für mich persönlich das Duzen deshlab einfach der bessere Weg.

 

Duzen oder siezen auf der Website: Mein Fazit

 

Generell beobachte ich, dass immer mehr Website-Inhaber:innen ihre Kund:innen duzen. Besonders bei Solopreneuren hat sich die Form der Kund:innenansprache gewandelt. Gerade bei Unternehmer:innen, die als Personenmarke auftreten und sich an andere Selbstständige richten, fällt mir diese Entwicklung auf. Viele von ihnen haben inzwischen – zum Glück – mehr Mut, sich von ihrer menschlichen Seite zu zeigen und ihrer Marke Persönlichkeit eine ordentliche Schippe Persönlichkeit zuzufügen.

Das heißt aber nicht, dass das Duzen für jede:n Website-Inhaber:in zu empfehlen ist. Wie du deine Kund:innen online ansprichst, hängt von vielen Aspekten ab – angefangen bei deiner Zielgruppe und Positionierung über die Branchen, für die du areitest, bis zu deinen persönlichen Vorlieben. Ich weiß, dass vielen Menschen die immer häufigere Anrede per „du“ auf die Nerven geht und dass sie sich davon überrumpelt fühlen. Daher ist es wichtig, genau zu überlegen, wer die Texte lesen soll und ob diese Menschen sich wünschen, von dir geduzt oder lieber gesiezt zu werden.

 

Hat dir der Artikel gefallen? Wie hältst du es mit der Kund:innenansprache auf deiner Website? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

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